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Berufe & Ausbildung

Glühende Leidenschaft

Bernd Engelhardt, Verkohler bei proFagus in Bodenfelde, berichtet von seinem Arbeitsplatz:

Bernd Engelhardt, Verkohler bei proFagus in Bodenfelde
Foto: Dennis Börsch

Wenn ich von meinem Beruf erzähle, blicke ich oft in fragende Gesichter. Kaum jemand kann mit der Bezeichnung etwas anfangen. Denn einen Verkohler gibt es nur noch selten in Deutschland.

Gelernt habe ich Tischler, seit 2001 arbeite ich bei proFagus im Weserbergland - zuerst als Anlagenbediener, seit 2005 stelle ich Grillkohle her. Wir sind Marktführer in Deutschland und produzieren 25 000 Tonnen Holzkohle und Grillbriketts im Jahr. Als erster Verkohler trage ich die Verantwortung in meiner Schicht und überwache den gesamten Produktionsprozess.

Um Grillkohle herzustellen werden 25 Tonnen Buchenholz in eine Retorte, einen riesigen Stahlbehälter, von oben eingefüllt und luftdicht verschlossen. Dann wird 500 Grad heißes Gas eingeleitet, um das Holz zum Verkohlen zu bringt. Während dieser Zeit muss ich die Temperatur in der Retorte im Auge behalten und sicherstellen, dass keine Luft hineingelangt. Sonst würde das Holz anfangen zu brennen - dann hätten wir statt Kohle nur noch Asche übrig.

Nach 12 bis 14 Stunden ist die Verkohlung abgeschlossen und wir lassen die 450 Grad heiße Kohle ab. Damit sich die fertige Grillkohle aus der Retorte herauslöst, muss ich sie mit der Kratze, das ist ein langer Eisenstab, anstechen. Rund acht Tonnen Kohle schießen dann in einen unterirdischen Bunker, begleitet von schwarzen Kohlestaubwolken. Funken sprühen, gelegentlich lodern auch kleine Flammen. Angst sollte man bei diesem Job nicht haben, aber Respekt.

Im Sommer sind in der Halle weit über 50 Grad, und dann trage ich auch noch feuerfeste Kleidung und Mundschutz gegen den Staub. Da gerät man ganz schön ins Schwitzen. Mein Beruf macht mir Spaß - nicht zuletzt weil ich selber gern grille. Aber natürlich nur mit unserer Kohle.


Schlüssel zum Beruf
Foto: Simon Jung - Fotolia.com

Wie erlernt man den Beruf des Verkohlers?

Verkohler ist kein Ausbildungsberuf. Allerdings dauert die Anlernphase etwa ein Jahr, bevor man alle Aufgaben und Tätigkeiten beherrscht.

Welche Voraussetzungen muss man für diesen Beruf mitbringen?

Verkohler arbeiten im Drei-Schicht-System und müssen deshalb bereit sein, zu ungewohnten Zeiten zu arbeiten. Die teilweise hohen Temperaturen in der Fabrikhalle erfordern eine gewisse körperliche Fitness und gesundheitliche Eignung.

Um zum Verkohler angelernt zu werden, sind eine technische Berufsausbildung sowie eine einjährige Erfahrung als Anlagenführer nötig. Verkohler brauchen Kenntnisse über die Holzverkohlung, die Funktion der Förderanlagen, der Holztrockner und Kenntnisse der Holzsorten. Insgesamt ist ein Verständnis von chemischen Prozessen von großer Bedeutung.

Welche Aufgaben hat ein Verkohler?

Verkohler überwachen und bedienen die Anlagen zur Produktion der Holzkohle, überwacht und prüft alle Messpunkte der Messwarte. Sie sind verantwortlich für Umweltschutz, Anlagensicherheit und Anlagenleistung. Der erste Verkohler koordiniert die Arbeiten der Mitarbeiter in seiner Schicht (Anlagenbediener).

Treten Anlagenstörungen auf, muss der erste Verkohler Sofortmaßnahmen durchführen und gegebenenfalls die Anlagen ausschalten, wenn Gefahr für die Mitarbeiter oder Umwelt besteht.


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proFagus / Bodenfelde

Seit über 110 Jahren wird in Bodenfelde im Weserbergland Holz verkohlt. Heute ist proFagus unangefochtener Marktführer in der Fertigung hochwertiger sowie umweltfreundlich produzierter Grill-Holzkohle. Das Werk in Bodenfelde gilt als eine der modernsten Fertigungsstätten seiner Art in ganz Europa.

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