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IG-BCE-Position

Altersvorsorge - Solide - Verlässlich - Zukunftssicher

Es vergeht fast keine Woche, in der nicht ein neuer Vorschlag für eine Rentenreform auf den Tisch kommt. Ob Professoren oder Journalisten, ob Politiker aus der zweiten Reihe oder selbsternannte Experten - jeder meint, den Stein der Weisen gefunden zu haben. Ergebnis: Verunsicherung und Vertrauensverlust. Mit diesem Durcheinander muss endlich Schluss sein, damit ist niemandem gedient. Gefragt sind Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit. Die Rente muss kalkulierbar bleiben.


Die Positionen der IG BCE sind klar und eindeutig.

Die Kernpunkte:

Die Alterssicherung in Deutschland ruht auf drei Säulen: gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche und tarifliche Alterssicherung und private Altersvorsorge. Dabei bleibt es.

Die gesetzliche Rentenversicherung muss ein Niveau garantieren, das deutlich oberhalb der Sozialhilfe liegt und sich nach den geleisteten Beiträgen richtet. Die gesetzliche Rente muss auch für diejenigen attraktiv bleiben, die mittlere und höhere Einkommen beziehen.

Armut nach einem erfüllten Arbeitsleben - das muss ausgeschlossen sein, das wird es mit uns nicht geben. Eine abermalige Niveauabsenkung machen wir nicht mit.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen auch künftig in einen Topf ein. Die paritätische Finanzierung muss Grundlage der Rente bleiben. Die Schraube darf allerdings nicht überdreht werden. Ein Beitragssatz von über 22 Prozent ist kaum zu verkraften.

Das Umlageverfahren (die Beschäftigten zahlen für die Rentner) hat sich bewährt. Dieses System hat Weltkriege, Wirtschaftskrisen und Inflationen überstanden. Wir halten am Umlageverfahren fest. Eine steuerfinanzierte Grundsicherung hat demgegenüber nur Nachteile und ist sozial nicht gerecht.

Die IG BCE ist für den Aufbau und - wo bereits vorhanden - für eine Stärkung der zweiten Säule in der Alterssicherung.

Betriebliche und überbetriebliche Modelle werden immer wichtiger. Sie sichern den Lebensstandard im Alter. Tarifverträge unterstützen diesen Prozess, in einigen Branchen sind wir schon ein gutes Stück vorangekommen.

Nun sollen die Krankenversicherungsbeiträge auf Betriebsrenten verdoppelt werden. Dagegen wehren wir uns, dies kann nicht das letzte Wort sein. Die Sache wird geklärt - notfalls vor dem Bundesverfassungsgericht.

Nur wer die ersten beiden Säulen genau kalkulieren kann, der kann entscheiden, was er darüber hinaus für seine Altersvorsorge tun will.

Die hohe Arbeitslosigkeit reißt Löcher in die Rentenkassen. Die beste Rentenreform wäre ein deutlicher Rückgang der Erwerbslosenzahlen. Gefordert sind vor allem die Wirtschaft und die Politik. Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen dies tarifpolitisch begleiten. Beschäftigungssicherung und -förderung ist ein Schwerpunkt unserer Tarifpolitik.

Das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern ist nicht mehr stimmig. Noch 1980 kamen 52 Rentner auf 100 Beschäftigte. Heute sind das 67 Rentner auf 100 Beschäftigte. Das kann kurzfristig nicht ins Lot gebracht werden.

Das gesetzliche Renteneintrittsalter liegt bei 65 Jahren. Tatsächlich gehen die Menschen mit gut 62 Jahren in Rente. Würde diese Schere geschlossen, brächte dies eine erhebliche Entlastung der Rentenversicherung mit sich. Voraussetzung ist eine bessere - sprich: altersgerechte: - Arbeitsgestaltung.

Erforderlich ist nicht zuletzt eine mittel- und langfristig angelegte familienpolitische Initiative. Es müssen mehr und bessere Möglichkeiten eröffnet werden, Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können.

 

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